Mit dem Meditieren beginnen – die 3 größten Fehler
Viel hilft viel
Auch wenn die Begeisterung am Anfang hoch sein mag, sollte man es nicht gleich übertreiben. Meditieren ist kein Sprint, bei dem man möglichst schnell ins Ziel kommen muss. Und gerade am Anfang, wenn der Körper es nicht gewohnt ist, lange still zu sitzen, sind kürzere Einheiten leichter als Einstieg. Die Dauer mag zwar relevant sein, doch noch viel mehr ist es die Regelmäßigkeit. Also lieber täglich 10-20 Minuten als einmal im Monat 4 Stunden am Stück – inklusive eingeschlafener Beine… Die Dosis kann man je nach Zeit und persönlichen Befindlichkeiten steigern. Oder eben nicht. Das darf jeder selbst entscheiden.
Mit etwas Ausdauer etablieren wir schnell eine neue Gewohnheit und kleine Schritte bringen uns auf unserem Weg genauso voran. Vor allem aber ist die Hürde, sich für einen kleinen Moment aus dem Alltag rauszunehmen viel kleiner, als wenn man sich dafür viel Zeit freischaufeln muss. Ersteres ist zudem auch viel leichter zu verteidigen, wenn all die großen und kleinen Verpflichtungen, die vielen Pläne, die Erschöpfung nach einem langen Arbeitstag oder eine durchwachte Nacht an den Energiereserven zehren. Dran bleiben zählt – viel mehr, als alles andere. Der Rest kommt von allein.
Ein Wunder erwarten
Wie oft haben wir den Spruch „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ schon gehört?! Und doch vergessen wir ihn gerne, wenn wir hochmotiviert etwas Neues anfangen. Dabei ist uns durchaus klar, dass man nach der ersten Klavierstunde noch weit entfernt davon ist, Beethovens Mondscheinsonate zu spielen. Trotzdem setzen wir uns zur ersten Meditation hin und erwarten beim Schließen der Augen die große Erleuchtung. Oder zumindest einen erhabenen Zustand innerer Ruhe. Und dann ist da nur – Lärm.
Die Gedanken auf Kopfdruck auszuschalten, ist nahezu unmöglich. Und in der Ruhe der Meditation merken wir erst, wie laut es in unserem Kopf zugeht. Alle 1 bis 2 Sekunden denken wir einen neuen Gedanken. Da kann einem schon mal schwindelig werden. Nicht umsonst spricht man gerne vom Gedankenkarussell. Während wir uns intensiv auf unseren Atem konzentrieren, kann es ruhiger werden. Soll es auch. Tut es aber nicht immer und schon gar nicht von Anfang an.
Sich selbst verurteilen
Warum kann ich nicht nicht denken? Bei allen anderen klappt es doch auch. Warum versage ich bei so etwas Einfachem?
Klappt das, was wir uns vornehmen nicht auf Anhieb, sind wir oft schnell mit Urteilen. Wir zweifeln, ob wir es richtig machen und geringschätzen unsere Fähigkeiten. Dabei sind wir uns selbst unser größter Kritiker, während wir mit unseren Mitmenschen oft viel nachsichtiger umgehen. Ein bisschen mehr Güte uns selbst gegenüber täte uns an so mancher Stelle gut. Dabei ist es ganz normal, dass man während der Meditation immer wieder den Fokus verliert.
Es kann Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis man einen Punkt erreicht, an dem man eine Meditation ohne Ablenkung erlebt. Das geht auch vielen anderen so – man ist also in guter Gesellschaft. Dazu kommen gute und schlechte Tage, mal klappt es besser, mal weniger gut mit der Konzentration. Das ist einfach so und kein Grund, hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen.
Die einzig schlechte Meditation ist die, die nicht stattgefunden hat – better done than perfect.
